Feral Moon 4? Das alternative Ende zur Trilogie ⚔️
Es gibt kaum eine Reihe, zu der mich so viele Nachrichten erreichen wie zu Feral Moon. Seit dem Abschluss der Geschichte taucht eine Frage immer wieder auf: Gibt es eine Fortsetzung? Wann kommt Feral Moon 4?
Das offene Ende von Band 3 war damals eine ganz bewusste Entscheidung von mir. Ich liebe Welten, die im Kopf der Leser weiterleben und Raum für eigene Theorien lassen. Doch ich weiß auch: Manche Schicksale verlangen einfach nach klaren Antworten.
Deshalb habe ich mich dazu entschieden, die Geschichte fortzuführen – allerdings nicht als regulären vierten Band, sondern als etwas viel Exklusiveres. Ich habe ein alternatives Ende geschrieben. Es ist eine Kurzgeschichte in fünf Kapiteln, die nahtlos an die Ereignisse aus Band 3 anknüpft und die drängendsten Fragen klärt.
Dieses alternative Ende gibt es in keinem Shop zu kaufen. Es liegt exklusiv für meine engsten Unterstützer auf Patreon bereit.
Du willst wissen, wie es weitergeht? Hier ist ein kleiner Einblick in das erste Kapitel.
Achtung: Die folgende Szene spielt direkt nach dem Ende von Band 3. Massive Spoilergefahr!
Kapitel 1
Hazel
»Gibt es schon Neuigkeiten aus Moorth?«
Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft Tristan diese Frage in den letzten Tagen bereits gestellt hat. Mittlerweile ruft sie nur noch ein Augenrollen bei mir hervor. Ebenso wie die Frage, ob er bei der Geburt unseres Sohnes Evan auch so nervös gewesen war.
Oder ob er sich um Scarlet mehr sorgt.
Unruhig rutsche ich auf der harten Steinbank im Burggarten herum, während ich mir eine Antwort zurechtlege, die nicht all meine Gefühle offenbart.
»Sie werden uns über unseren Nexus erreichen, wenn es so weit ist«, sage ich.
Bitterkeit schwingt in meinem sonst freudigen Tonfall mit. Zwar sind Tristan und ich seit mehreren Jahren verheiratet, aber es gelang mir bisher nicht, diese Unsicherheit abzuschütteln, wann immer es um ihn und Scarlet ging. Ich weiß nicht, ob es Eifersucht ist, was ich empfinde. Oder einfach nur Vorsicht. Vielleicht eine Mischung aus beidem. Dieses bittere Gefühl verschwand nie völlig, egal wie oft ich Scarlet und Ash zusammen sah. Ihre innige Beziehung hätte mir klarmachen sollen, dass für Tristan nie der Hauch einer Chance bestanden hat – weder damals noch jetzt. Ich bin mir sicher, dass er es ebenfalls weiß und es akzeptiert hat. Aber immer wenn er Scarlet ansieht und glaubt, dass niemand ihn beobachtet, liegt in seinem Blick ein Leuchten.
Dieses Leuchten habe ich nie bei ihm gesehen, wenn er mich ansieht.
Es sollte mich nicht treffen. Ihn zu wählen, war …
Ich stoße geräuschvoll den Atem aus und reibe mir mit der Hand über die Stirn. Ich wusste die Antwort darauf. Ich spüre sie in mir: die Verbindung zwischen uns. Ob es Liebe ist, weiß ich nicht. Ich hatte viele Männer – hauptsächlich in der Barracke –, aber keinen von ihnen habe ich geliebt. Vielleicht bin ich überhaupt nicht dazu fähig.
Tristans Blick aus seinen blauen Augen ruht auf mir. Er hat die Stirn gerunzelt, als könnte er mir genau ansehen, was mir im Kopf herumgeht. Mit welchen Gedanken ich mich plage. Welche Dinge ich mir selbst einrede.
Ich wünschte, Königin Neera wäre hier … Oder Payne. Ihnen hätte ich mich anvertrauen können. Aber sie sind in Moorth. Payne soll das Reich regieren, und Königin Neera will sie in der ersten Zeit unterstützen. Selbst Caleb ist dort, was mich aber nicht verwundert. Er folgt Payne wie ein braver Wachhund.
Nur Ash ist von unserer alten Truppe noch hier. Doch mit ihm kann ich nicht über Tristan reden. Es sei denn, ich will riskieren, dass der Alpha meinem Ehemann den Kopf abreißt. Außerdem sind Ashs Nerven papierdünn, seit er von Scarlets Schwangerschaft weiß. Dass er sie ebenfalls nach Moorth schicken musste, um nicht Gefahr zu laufen, sein Neugeborenes zu töten, wenn es ebenfalls ein Alpha ist – wie sein Vater es bei ihm versucht hat –, trägt nicht dazu bei, dass er sich entspannt. Ein falsches Wort – nur der Verdacht, dass Tristan Scarlet immer noch auf eine Weise ansehen könnte, die Ash nicht gefällt – könnte ein Unglück heraufbeschwören, dessen Ausmaß ich mir lieber nicht vorstellen will.
Ich zwinge mich zu einem Lächeln, das Tristans Stirnrunzeln nur noch vertieft. Was ist bloß los mit mir? Früher konnte ich ständig lächeln und kichern und ging den anderen damit auf die Nerven. Ich war immer fröhlich und überdreht. Heute frage ich mich, ob ich meine Probleme und Unsicherheiten schon damals mit aufgesetzter Fröhlichkeit überspielt habe. Und wenn ja, warum gelingt es mir jetzt nicht mehr?
»Ich mache mir auch Sorgen um Scarlet«, murmele ich. »Aber sie ist stark. Sie wird das schaffen. Du weißt doch, sie ist die Gefährtin eines Alphas.«
Den letzten Zusatz kann ich mir nicht verkneifen. Aufmerksam beobachte ich Tristans Reaktion darauf und meine, ein leichtes Zucken unter seinem Auge zu erkennen. Vielleicht bilde ich es mir auch nur ein. Nein, es war da!
Er wendet den Blick ab. »Ich zweifele nicht daran, dass sie es schafft«, gibt er zu. »Scarlet hat schon ganz andere Probleme bewältigt. Ich mache mir nur Sorgen, falls das Kind … ein Junge und Alpha ist.«
Ich nicke. »Dann wird sie in Moorth bleiben.«
»Sollte das passieren, steht uns eine schlimme Zeit bevor.«
Ich weiß, was er meint. Ash wird unberechenbar werden und seine Pflichten vernachlässigen. Seine Mutter, Königin Neera, wird dann früher als geplant aus Moorth zurückkommen und die Regentschaft von Daarth wieder übernehmen, die sie eigentlich an Ash und Scarlet abgetreten hat. Ash könnten wir irgendwie unter Kontrolle halten, nicht aber sein Feral-Ich Tenebrae. Der wird früher oder später seine Gefährtin suchen und aufspüren – koste es, was es wolle.
Ich hebe den Kopf. Wie von selbst gleitet mein Blick über den blühenden Burggarten hinüber zu der Gruppe Kinder, die im Gras spielt. Evan ist unter ihnen. Heute Morgen hat er stolz den anderen Kindern sein Holzschwert präsentiert, das Tristan ihm geschenkt hat. Meinen Sohn zu beobachten, vertreibt einen Großteil der bitteren Gefühle, die ihre Krallen in mich schlagen wollen. Wahrscheinlich ist er der einzige Mann auf dieser Welt, der mich wirklich liebt und sich nicht insgeheim nach einer anderen verzehrt.
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